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SANT'ANTONIO

Einige Legenden berichten zwar von einer bereits im Hochmittelalter existierenden Burgkapelle in Biasa; Dokumente über die Entstehungsgeschichte der Sant‘Antoniokapelle kennt man aber bisher noch nicht.
Immerhin hat man an Hand des Christophorsusfreskos an der südlichen Außenwand, das zwischen der zweiten Hälfte des 14. Jh. und der ersten Hälfte des 15. Jh. datiert wird, einen etwaigen Anhaltspunkt  über das Alter der kleinen Kirche . Außerdem gibt es das Testament eines Giovannis, Sohn des verstorbenen Benedetto da Brenzone vom 9. April 1421, in dem der Erblasser verfügt, im Friedhof der Kirche bestattet zu werden.
Offenbar diente sie der Gemeinde von Biasa und unterstand der Pfarrkirche  von Brenzone, wie man der Kollationsakte von 1. Oktober 1456 entnehmen kann; in ihr wird don Stefano de Zebetus vom Veroneser Bischof Ermolao Barbaro zum Rektor der Pfarrei ernannt. Später kam die Kirche unter die  Obhut der bekannten Adelsfamilie „di Brenzoni“, die auch auf das Recht des „giuspatronato“, d.h. den Anspruch, ihren Kaplan zur Kandidatur vorzuschlagen, größten Wert legte. Paolo Brenzoni, Sohn des verstorbenen Delaido, verfügte in einem Testament vom 8. Oktober 1503, das er dann am 27. September 1505 bestätigte, seine eigene Bestattung und die seiner Frau Laurenzia in einem Grabmal, das er zu Lebzeiten in der Kirche errichten ließ. Die wesentlichen Kriterien des romanischen Baustils sind auch heute noch an der Kirche unverfälscht erkennbar. Da  sie aber auf einem steilen Felsvorsprung erbaut wurde, befindet sich der Eingang nicht wie üblich an der Westfassade, sondern notwendigerweise an der Südseite neben dem schon erwähnten großen Christophorusfresko.
Rechts neben dem Portal steht der zeitgleich errichtete Campanile mit breiten Einzelbogenfenstern  in der Glockenstube. Der Innenraum teilt sich in ein einfaches Kirchenschiff und die halbkreisförmige Apsis; auf dem Gemälde über dem neueren Altar stellt die Anbetung des Hl. Antonios Abate zur Madonna (Anfang18 Jh.). Freskenreste an der Nordwand zeigen eine Gruppe Gläubiger zu Füßen der thronenden Madonna mit Kind; außerdem sind die Insignien der Casa Brenzoni erkennbar (15./16.Jh.). Die Namenszüge von Paolo Brenzoni und seiner Gemahlin Laurenzia geben Hinweise auf ihr Grabmahl.