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SAN ZENO

Die Kirche (11, 12 u. 13 Jh.), die wir heute in ihren romanischen Formen bewundern, ist eigentlich älteren Ursprungs und wurde vermutlich auf den Resten eines römischen Heiligtums errichtet. Als erste urkundliche Erwähnung können wir jene päpstliche Bulle von 1159 anführen, in der auch die Kirche San Nicola in Assenza genannt ist.

Wahrscheinlich war San Zeno einst Hauptkirche im Gebiet von Brenzone, bevor San Giovanni Battista in Magugnago Anfang 15. Jh. als autonome Pfarrkirche an ihre Stelle trat. Die heutige etwas ungewöhnliche Struktur des Gebäudes ist das Resultat verschiedener Bauabschnitte. Der ersten, wahrscheinlich präromanischen Phase wird die nördliche Seitenwand sowie das angrenzende, gegen Osten gerichtete Mauerwerk zugeordnet.

In einer zweiten Phase im Verlauf des 12. Jh. wurde die Kirche dann nach Süden erweitert, und es entstanden sowohl die heutige südliche Seitenwand wie auch die drei östlichen Apsiden, deren Asymetrie und Ungleichkeit auffallend sind; der Innenraum wurde in zwei ungleiche Schiffe unterteilt. Im dritten Bauabschnitt zu Beginn des 13. Jh. integrierte man den Kirchturm in das Bauwerk und gestaltete die Fassade neu.

So ist von vorne nur eine Dachfläche zu sehen, die kleinere über dem Seitenschiff wird durch den wuchtigen Glockenturm verdeckt; Spuren an seiner Nordseite deuten auf einen ehemaligen Eingang hin. Im Tympanon über dem Marmorportal des zentral gelegenen Haupteingangs ein Segnender Christus, rechts davon ein überlebensgroßer Christophorus mit Jesuskind; beide Wandgemälde stammen wie die Fresken im Inneren aus dem 13. Jh..

Der Innenraum wird von sechs Rundbogenarkaden im Stützenwechsel von Säulen und rechteckigen Pfeilern in das kleinere linke Seitenschiff und das größere Hauptschiff unterteilt. Die römischen Kapitelle im korinthischen Stil der ersten und dritten Säule weisen auf den antiken Vorgängerbau hin, die erwähnten rosafarbenen Marmorelemente des Eingangsportals gehörten vermutlich zu einem Mörser.

Im Seitenschiff erzählt ein spätromanischer Freskenzyklus in byzantinisierender Manier aus dem Leben Johannes des Täufers (Die Offenbarung von Zacharias; Geburt und Namensgebung Johannes des Täufers; Johannes als Prediger; Die Enthauptung des Johannes). An der Nordwand im Hauptschiff sind unter einem Fisch auch Kain und Abel abgebildet, während Die Apostel auf den stark beschädigten Fresken im Apsisrund leider kaum mehr zu erkennen sind.