Die Villa römischer Epoche wurde im Jahr 2004 im Laufe von Erweiterungsarbeiten des Friedhofes entdeckt. Zum Vorschein kam damals eine außergewöhnliche Anlage mit Mauerwerk.

Nachdem aus eingehenden Untersuchungen hervorging, dass es sich der Anlage um einem bedeutenden archäologischen Fund handelte, haben die Gemeinde von Brenzone, die Region Veneto und das Amt für Denkmalschutz del Veneto gemeinsam ein Projekt finanziert, in dessen Mittelpunkt nicht nur die Erforschung, sondern auch die Aufwertung der Anlage stand. Im Jahr 2005 ist das Projekt angelaufen. Anfang 2007 begannen dann die Ausgrabungsarbeiten in der Kirche San Zeno de l'oselet.

Die römische Villa von Castelletto ist die einzige ihrer Art am Ostufer des Gardasees. Doch den sich am Brescianer Ufer des Sees befindenden vergleichbaren Villen steht sie in nichts nach. Auf Grund des sehr gut erhaltenen Mauerwerks zählt die Villa zu einer der wichtigsten Beispiele von Wohnanlagen aus römischer Epoche, die bisher auf Venetischen Gebiet entdeckt wurden.

Die Villa kann als „See-Residenz“ bezeichnet werden. Sie entwickelte sich über mehrere zum See hin abfallenden Terrassen. Die Anlage war somit mit eindeutigen „szenografischen“ Absichten gebaut worden, wie die „Panorama-Villen“ des Westufers. Bisher wurden acht Räume freigelegt. Die Fußböden befinden sich auf verschieden Ebene auf den beiden wichtigsten Terrassen. Die Präsenz eine Wandelganges deutet darauf hin, dass einst eine weitere - heute nicht mehr existierende Eben – vorhanden war. Durch die Mauerschichten wird bestätigt, dass es sich bei dem Gebäude um ein recht altes Gabäude handelt. Die bei den Ausgrabungen freigelegten Mauern sind Teil der letzten Nutzungsphase des Gebäudes und werden auf die Zeit, zwischen der Spätantike und des hohen Mittelalters geschätz.

Die Geschehnisse rund um die Villa verflechten sich an einem gewissen Zeitpunkt mit denen der nahe gelegenen Kirche San Zeno de l'oselet, die heute noch in ihre Struktur aus romanischer Zeit erhalten ist. Die Ausgrabungen lassen allerdings darauf schließen, dass bereits im hohen Mittelalter eine erste Bauphase stattgefunden hatte. Durch die Auswertung des Ausgrabungsmaterial soll nun festgestellt werden, ob zwischen den Nutzungsphasen der Villa und der Kirche Parallelen bestehen.

Die Kirche ist auf der Struktur der Villa angelegt. Einige Bau- und Dekoelemente der Villa wurden für den Bau der Kirche genutzt. Die zwei Marmorsäulen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, die Teil des Säulenganges sind, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Wohnanlage aus römischer Epoque zurückführen.

Geöffnet jeden Samstag ab 10:00 bis 13:00 Uhr, bis 2. September 2017; anders wenden Sie sich bitte am iat Fremdenverkehrsamt.

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